Ist dort die

„Ist da die Hundeschule“,

lautet die erste Frage vieler Anrufer, die sich über unsere Angebote informieren, unsere Welpenspielstunde kennenlernen möchten oder einer Empfehlung ihres Tierarztes folgen.

Nein, wir haben keine Hundeschule, wir sind ein Verein.

„Hundeschulen“ sind kommerzielle Unternehmen; ihre Trainer erwirtschaften mit  Schulungen Geld. Wir, die Trainerinnen und Trainer des Mainzer Hundevereins, „schulen“ Hund-Mensch-Teams in unserer Freizeit (und „für Gotteslohn“), in einem Verein, dessen Leben alle Mitglieder gestalten.

 

Woran denken Sie, wenn Sie „Hundeverein“ hören?

An Drill und Kasernenhofton? An aufgeblasene Vorstandsfunktionäre, verordnete „Geselligkeit“ und „Arbeitseinsätze“? An verbissenes Training?

Wenn nichts von alledem Ihr Ding ist – dann sind Sie mit Ihrem Hund bei uns richtig!

Unsere Vereinsphilosophie lautet: Freundlicher Umgang mit Hund und Mensch.

Das gilt für Ihren Umgang mit dem Hund, den Sie artgerecht erziehen, beschäftigen und/oder ausbilden wollen; für die Kommunikation zwischen Frauchen/Herrchen und den TrainerInnen, die Sie dabei unterstützen; für das Vorstands-Team und  für alle (sportlichen oder weniger sportlichen) Mitglieder.

Gehorsam?! Unterordnung?! Training?!

Was Sie bedanken sollten, wenn Sie mit dem Gedanken an den Besuch unseres Übungsplatzes  spielen…

 

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Die Vielfalt der Hunderassen, –schläge und - Mixe  in unserer Region war noch nie so groß. Und die Anforderung an uns Hund-Mensch-Teams selten so hoch. Ob  Rottis oder Beagles, Border Collies, Huskies, Ridgebacks oder Podencos – in ihren traditionellen  Berufen (Wachhund, Hütehund, Jagdbegleithund)  oder neuen Jobs (Therapiehund, Lebensmittelspürhund) arbeiten sie selten. Ihr Hauptberuf ist „Familienhund“. Und so verschieden sie  in ihren Eigenschaften, Fähigkeiten und biologischen Bedürfnissen sind, verlangt wird vordringlich eines: ihre Tauglichkeit für den modernen (Großstadt-)Alltag.

Wo Hund einen guten Eindruck machen soll, und Mensch einen guten Eindruck machen will („Es ist immer das andere Ende der Leine…“),  haben es beide nicht leicht! Hundeerziehung   und  Hundetraining  arten schnell in Überforderung aus. Vor allem, wenn wir schnell den großen Erfolg sehen wollen: den Top-Dog mit dem Supergehorsam („jagt nicht, wacht nicht, buddelt nicht“), den Prüfungsüberflieger oder den  Pokalsieger.

Stressen Sie sich nicht – weder zuhause noch beim gemeinsamen Spaziergang; und schon gar nicht auf dem Übungsplatz! Jeder Hund ist – nach Rasse, Genetik, Prägung, Sozialisierung, Erfahrung - ein Individuum. Zwischen dem leichtführigen Labrador und dem eigenständigen Hovi, dem Rassehund vom liebevollen Züchter und dem Ex-Streuner aus dem Süden liegen Welten. Nicht jeder lernt so schnell wie wir es vielleicht wünschen, liebt „unseren“ Sport und kann uns jeden Wunsch von den Lippen ablesen.

Bringen Sie also Ruhe, Muße und  Geduld mit auf dem Übungsplatz. Sie sind mindestens so wichtig wie die vielstrapazierte (und häufig missverstandene) „Konsequenz“.  Und gönnen Sie sich und Ihrem Hund Zeit: „Der Weg ist das Ziel!“ 

Viele HundeführerInnen setzen eine gute Mensch-Hund-Beziehung mit dem unbedingten  Gehorsam des Hundes gleich, dem prompten Befolgen von „Befehlen“ oder „Kommandos“.  Ein guter Hund hört immer aufs Wort, und tut er das nicht, ist sein Hundeführer „nicht konsequent“. Dass es so einfach nicht ist, wussten schon unsere „Gründerväter“, die 1970 den „Verein für Gebrauchshunde“ ins Leben  riefen. „Ein Hund ist kein Roboter“, pflegte Vereinsbegründer Georg Merchel (1970 – 2002 Erster Vorsitzender) ungeduldige Frauchen und Herrchen zu belehren –  Recht hat er! (siehe oben)

Über Ausbildungsmethoden, die auf eine rücksichtslose „Programmierung“ des Hundes zielen, können Sie gerne mit uns streiten – Anwendung finden sie nicht! Als Grundlagen einer geglückten  HundeführerIn-Hund-Partnerschaft  sehen wir Bindung, Verständigung,  Vertrauen und Achtung an: Achtung des Hundes vor Ihrer Autorität, aber auch Achtsamkeit für Ihren Hund! Bevor Sie sich den Kopf über Ihre Selbstdarstellung als „Rudelfüherer“ oder  „Boss“ zerbrechen, schauen Sie in Ihr gutes altes lateinisches Wörterbuchs: auctoritas= würdevolle Haltung, Besonnenheit, Ansehen.  Das ist die vielbeschworene AUTORITÄT, die Ihr Hund braucht!

Mit diesem Selbstverständnis und einem Minimum an Wissen über Ihren Hund als fühlendes LEBEwesen werden Sie auf  alten (Leinenruck, Würgehalsband, Stachler..) und neuen (Teletakt, Schnürbrustgeschirre) Starkzwang frohen Herzens verzichten!  Auch dann, wenn Sie ihm Grenzen und Tabus setzen müssen!  Beim Lernen neuer TÄTIGKEITEN und der entsprechenden TÄTIGKEITSHÖRZEICHEN („sitz“, „platz“, „fuß“, „bring“, „spring“) ist  jegliche Meidemotivation ohnehin aus naheliegenden Gründen kontraindiziert. (Oder können Sie unter Schmerz  und Sress etwas neues lernen?) Und darum – nicht  um das Abgewöhnen  bestehender „Unarten“ oder die Vermittlung von „Verboten“ - geht es ja in den Übungsstunden, ob im Grundlagentraining (mit dem Begriff „Unterordnung“ belegt ein zweifelhaftes Vergnügen für Hund und Hundeführer!), beim Agility, im Obedience oder beim Einstudieren von Circus-Tricks.

Einverstanden? Dann freut es Sie sicher, dass  Lob, Leckerlis und Spiel  bei uns großgeschrieben werden!

BH? A 1, 2,3? Obedience? Degility? Vereinsleben? Oder: Was spielt sich eigentlich ab im Mainzer Hundeverein?

 

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Für Welpen, die an unserer Spiel- und Lernstunde teilnehmen, stehen kleine, altersgerechte Übungen auf dem Programm, die vor allem zum Aufbau einer guten Bindung zwischen HundeführerIn und  dem neuen vierbeinigen Familienmitglied beitragen sollen. Dabei geht es um Hundis Vertrauen zu Herrchen und Frauchen beim gemeinsamen Entdecken, beim Meistern kleiner Aufgaben, und ganz besonders um das fröhliche Folgen. Noch wichtiger ist aber das freie Spiel der Welpen, die spielend Basiswissen für Ihr Hundeleben erwerben: die Beißhemmung zum Beispiel (die mitnichten angeboren ist!) oder Fremdsprachen (Labbis kommunizieren jetzt schon anders als Jack Russel). Dabei lernen Sie, in der Beobachtung der Kleinen gemeinsam mit Ihren Trainern, Hunde und ihre Kommunikation besser zu verstehen.

Für die turbulente Erziehungsphase („Wie sag ich´s meinem Hund?“) geben wir Ihnen Informationen zur Hand – mündlich, für Sie und Ihren Hund als individuelles Team, und „schwarz auf Weiß“ in Form einer Info-Mappe mit Aufsätzen zu allen relevanten Themen.

Während der Welpenstunde „Sitz“, „Platz“ und Leinenführigkeit zu erlernen, wäre übrigens zu viel verlangt von Ihrem Hundekind – bei all der Ablenkung durch seine Spielgefährten. Wir geben Ihnen das Rüstzeug, in aller Ruhe zu üben! 

Letztes gilt auch  für das Gehorsamstraining für Teenies und erwachsene Hunde, die sich auf Ruheübungen wie Absitzen und Ablage („platz“) natürlich besser konzentrieren können als Welpen (Dafür  hapert´s jetzt mit dem Folgen auf Herrchens Abrufen...):  Wichtig ist nicht nur, dass Sie regelmäßig  auf dem Übungsgelände trainieren, sondern vor allem, dass Ihr Hund die Hör- und Sichtzeichen, die Sie dort einüben, generalisiert, d.h. unabhängig von der Umgebung befolgt. Was nützt es Ihnen, wenn er auf dem Übungsplatz ein astzartes „Fuß“ geht, und auf der Straße zieht wie ein Panzer? Sie lernen nicht für den Hundeplatz, sondern für das Leben! Trainieren Sie also kontinuierlich, beginnen Sie jede neue Übung daheim und beim Spaziergang unter möglichst geringer Ablenkung und bedenken Sie immer die Konzentrationsfähigkeit Ihres Hundes.

Messen Sie sich im Training nicht am Hundeführer an Ihrer Seite, dessen Hund „schon alles so gut kann“! Ein Beispiel an ihm nehmen dürfen Sie sich natürlich: wenn er sich mehr Zeit  und Muße fürs Üben nimmt!

Unter Anleitung unser TrainerInnen trainieren Sie mit Ihrem Hund also zunächst elementare  Anweisungen, die er im Alltag befolgen sollte: synchrones Gehen mit dem Hundeführer an der Leine und ohne, Absitzen („sitz“) und Ablage („platz“)   für zunehmende Dauer und  unter Irritation  (Artgenossen, Fahrradfahrer,Jogger), und immer wieder das zuverlässige Herankommen auf Zuruf.

Fortgeschrittene können auf die Prüfung zum „Verkehrssicheren Begleithund“ (BH) hinarbeiten, die aus einer theoretischen Prüfung (Verhaltenskunde etc), einer Abfolge der o.g. Gehorsamsübungen auf dem Hundeplatz und einem „Verkehrsteil“ besteht, in dem Verhalten und Gehorsam des Hundes im Straßenverkehr (Sicherheit und Ruhe gegenüber Artgenossen und Passanten, Autos, Joggern etc.) geprüft werden.

Sie können auf diese Prüfung hinarbeiten – Sie müssen nicht!  Hundeschulen und -vereine, die HundeführerInnen in laufbahnartige Kurssysteme mit „Kurszielkontrollen“ und einer Prüfung als krönendem (oder schmählichen) Abschluss zwängen, mögen leistungsfixierten Menschen gefallen, sind aber nicht jedermanns/ jederhunds Sache!

Ob Sie also die Prüfung ablegen, alljährlich wiederholen (rechts des Rheins bringt das Steuervorteile) oder dankend ablehnen, überlassen wir Ihnen! Auf dem Programm des Grundlagentrainings steht ohnehin viel mehr – und  Sinnvollers - als Prüfungsstoff. Hund-Mensch-Teams brauchen mehr! Lassen Sie sich von den Ideen unserer Trainerinnen und Trainer überraschen!.

An die Wurzeln unseres Vereins als klassischer „Verein für Gebrauchshunde“ (1970 – 2003 auf dem alten Vereinsgelände, das dem Autobahnausbau zum Opfer fiel) erinnern heute nur noch die „Schutzdiensthütten“, die wir bei diversen Versteckspielen nutzen;in unserem Verein ist der Schutzdienst  um die Jahrtausendwende mangels Interesse sanf entschlafen. Heute bieten wir die modernen Klassiker des Hundesports Agility,  Turnierhundsportspund und Obedience an. (Keine Angst: Eine „Sportskanone“ müssen Sie nicht sein – aber vielleicht werden sie ja eine! ) Neue Wege im Hundetraining beschreiten wir mit der Einführung erster Elemente aus dem Degility. Und  ganz besonders stolz sind wir auf unsere Eigen-Kreation für Teams mit Faible für Artistik. Den Circus Hundini gibt es nur bei uns!

Über das regelmäßige Trainingsangbot hinaus richten wir Workshops, Forbildungen und Veranstaltungen rund um den Hund aus. 

Last not least: Wir treffen uns zum Wandern und Feiern, zum Schaffen und zum Schwätzen. Beim Werken auf dem Übungsgelände (nein, es gibt keinen Zwang zu „Arbeitseinsätzen“), bei Turnieren, Sommerfesten, Hundewanderungen, beim „Warten auf das Christkind“ und ....

 

„Hilfe! Mein Hund macht Probleme!“

„Mein Hund zerlegt die Wohnung!“; „Mein Hund hat schon zwei Mal zugebissen – Jetzt  beißt er mich!“, „Mein Hund lässt keinen Besucher mehr in die Wohnung!“ – kann der Verein da helfen?

Nein und ja! Schwerwiegende Probleme zwischen Ihnen und Ihrem Hund oder gravierende Verhaltensstörungen erfordern die Beratung/Therapie durch einen Fachtierarzt für Verhaltenskunde und/oder ein Spezialtraining bei einem verhaltenskundlich ausgebildeten Trainer, der sich am „Tatort“, mehrere Stunden lang, intensiv und ausschließlich Ihren persönlich widmet. Die Zahl der Hundespezialisten ist inzwischen unüberschaubar – und da es keine staatlich geprüfte Berufsausbildung  zum „Kynopädagogen“, „Hundepsychologen“ oder gar „Hundeflüsterer“ gibt, müssen sie nicht wirklich kundig sein! Bei der Suche kompetenter und für Ihr Problem geeigneter Fachleute stehen wir Ihnen mit unserem Wissen gern zur Seite! (Auch, wenn Sie nicht Mitglied im Verein sind!)

 

Fragen?

Wenn wir während der Übungszeiten keine Zeit für ein ausführliches Gespräch finden, rufen Sie doch einfach an!

 

Vorstand und TrainerInnen

Sachstand: August 2007