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Unser Umgang mit Hunden (und miteinander)

 

Wenn Sie mit einem Hund zusammenleben , ihn verstehen, erziehen und  mit ihm aktiv sein wollen, brauchen Sie Wissen und Empathie. Allein Ihr Einfühlungsvermögen wird  Sie vor Erziehungs- und Ausbildungsmethoden  bewahren, die auf seine rücksichtslose „Programmierung“  zielen – und Sie  werden  auf  Mittel alten (Leinenruck, Würgehalsband, Stachler…) und neuen Zwangs (Teletakt, Schnürbrustgeschirre)  ohne Wenn und Aber verzichten.  Auch dann, wenn  Sie  dem Hund Grenzen und Tabus setzen müssen.   Kenntnisse in Hundepsychologie  brauchen Sie, um  vermeintlich am „natürlichen“ Hundeverhalten  orientierte Umgangs- und Trainingsweisen  zu verwerfen, die durch ständige Begrenzung, Einschüchterung und  Gängeln  auf eine erlernte Hilflosigkeit  des Hundes zielen.

Gerade wenn Sie noch wenig oder keine Erfahrung mit Hunden haben, fällt es Ihnen vielleicht  schwer, echtes (wissenschaftlich begründetes) Hundewissen von falschen Behauptungen, Experten von Scharlatanen (die sich in den Medien tummeln) zu unterscheiden. Deshalb möchten wir Ihnen nicht nur zeigen, wie Sie Ihrem Hund die im Alltag erforderlichen Fertigkeiten  – Gehen an lockerer Leine, Warten, zuverlässiges Zurückkommen auf Zuruf etc. – beibringen  können, sondern  auch Wissen über seine  Bedürfnisse, Fähigkeiten, Gefühle, sein Lern-  und sein Ausdrucksverhalten  vermitteln. Besonders Anfänger in der Hundehaltung wollen wir dabei unterstützen, ihren neuen Hausgenossen zu verstehen. Nicht nur im Training und bei der Beobachtung seiner  Interaktion mit Ihnen und mit Artgenossen, sondern auch, indem wir Ihnen kynologisch fundierte Literatur  empfehlen:  Die Lektüre erspart Ihnen die Mühe, 100 einander widersprechende  Erziehungstipps  in ebenso vielen Erziehungsratgebern – und die unzähligen Ratschläge der vielen „Spezialisten“  auf der Hunderunde und im Internet  -  einzeln  auf Sinn und Plausibilität zu prüfen .

Wenn Sie Wert auf eine artgerechte Erziehung, Beschäftigung oder Ausbildung Ihres Hundes legen, gern mit anderen Hundehaltern trainieren und  beisammen sind,  und  wenn Sie Ihrem Hund auch den zwanglosen Umgang mit Artgenossen gönnen – dann sind Sie bei uns richtig. Im Mainzer Hundeverein  darf Ihr Hund auch einfach Hund sein,  und vor oder nach dem Training oder bei unseren Hundewanderungen freien Umgang mit Artgenossen pflegen. 

Was sich von selbst versteht: In unseren Trainingsstunden, Trainertreffs, Vorstandssitzungen, bei allen unseren Treffen und Unternehmungen, gehen wir Menschen freundlich miteinander um! Es soll noch immer Hundeplätze geben, wo Trainer ihre Informationen in eher rauem Umgangston kommunizieren, erfolgreiche Hundesportler einen Elitestatus genießen, oder  Vorstandsmitglieder sich als kleine Diktatoren aufführen.  Bei uns nicht…

 

Unser Angebot

 

Einsteigen können Sie in den Mainzer Hundeverein mit einem  Welpen, einem Hundeteenie oder einem erwachsenen Hund (siehe FAQ).

Auf dem Programm  der Spiel- und Lerngruppe für Welpen stehen altersgerechte kleine Übungen, die zum Aufbau einer guten Mensch-Hund-Beziehung beitragen sollen: das gemeinsame Entdecken, das erfolgreiche Meistern kleiner Hindernisse und Variationen des Rückrufens und Folgens (Rückruftraining). Fast noch wichtiger ist der freie Umgang  der Welpen miteinander, die dabei Basiswissen für ihr Hundeleben (Beißhemmung) und Fremdsprachen lernen. (Labbis kommunizieren schon jetzt anders als Terrier.)

Wollen Sie dann mit Ihrem Hund bei uns weitertrainieren – Sie können die Welpengruppe auch als einzelnen Kurs buchen - , folgt das gemeinsame Teenietraining.  Minis (kleinwüchsige Hunde) werden in einer separaten Gruppe trainiert: nicht nur, um unbeabsichtigte Verletzungen durch Große zu verhindern, sondern auch, weil sie – zum Beispiel beim Einüben der Leinenführigkeit - spezifische Trainingstechniken brauchen. Trainerin oder Trainer der Teenies und Minis  lernen Sie schon in der Welpengruppe kennen, wenn sie Tipps zum Führen an lockerer Leine, „Sitz“, „Platz“  etc. geben. Diese elementaren Anweisungen, die der Hund zuverlässig  befolgen sollte –  das Warten in Ruhepositionen  trotz  Ablenkung und, mit höchster Priorität, das zuverlässige Herankommen  -,können (und sollten) Sie weit über das Teeniealter  Ihres Schützlings kontinuierlich  trainieren.  Denn wir üben ja nicht für den Hundeplatz, sondern für den Alltag! (Es nutzt Ihnen gar nichts, wenn er hier astzart „fuß“ geht, und auf der Straße zieht wie ein Panzer…)

Fortgeschrittene können auf die Prüfung zum „Verkehrssicheren Begleithund“ (BH) hinarbeiten. Sie besteht aus einem theoretischen Multiple Choice-Test (Verhaltenskunde etc.), einer Abfolge der gängigen Gehorsamsübungen auf dem Hundeplatz und einem „Verkehrsteil“, in dem Sicherheit und Gehorsam des Hundes im Straßenverkehr (bei der Begegnung mit Artgenossen, Passanten, Joggern, Fahrradfahrern, Autos etc.) geprüft werden.

Sie können diese Prüfung ablegen – Sie müssen natürlich nicht! Hundeschulen und -vereine, die ihre Teams in laufbahnartige Kurssysteme mit „Kurszielkontrollen“ und einer Prüfung zum krönenden (oder schmählichen) Abschluss zwängen, mögen leistungsfixierten Menschen gefallen, sind aber nicht jedermanns, jederhunds und unsere Sache!

Die Bedeutung der BH für das tägliche Leben wird oft überschätzt; wenn Sie in Mainz wohnen, bringt sie Ihnen auch keine Minimierung der Hundesteuer. Am besten, Sie machen sich selbst ein Bild vom Prüfungsstoff, indem Sie beim BH-Training zuschauen. (Als Mitglied im Verein können Sie sich auch eine Prüfung ansehen  oder als Helfer im Verkehrsteil assistieren.)

Auf dem Programm unserer Grundlagentrainer  steht  weitaus mehr als Gehorsamsübungen! Für eine gute Mensch-Hund-Beziehung ist „sitz-platz-fuß“ von ziemlich geringer Bedeutung. Sie werden sehen, dass sich auf dem Übungsplatz auch anderes – und Schöneres – trainieren lässt!

An die Wurzeln unseres Vereins als klassischem „Verein für Gebrauchshunde“ erinnern sich nur noch alte Vereinshasen; der Schutzdienst (Zentrum der „Gebrauchshundeausbildung“) ist schon um die Jahrtausendwende sanft entschlafen. Heute bieten wir die modernen Klassiker des Hundesports, Agility und Turnierhundsport , an. Keine Angst: Sie müssen weder eine Sportskanone sein noch Turniere laufen (und gewinnen) wollen, um Spaß daran zu haben! Aber  natürlich bereiten wir auch Teams auf Wettkämpfe vor.

 Für schwere Hunde, Hunde mit physischen Beeinträchtigungen, Hundesenioren und – nicht zuletzt – Hunde mit hohem Erregungslevel, die sich schnell „hochfahren“, sind diese dynamischen Trainings nicht geeignet oder gar schädlich. Deshalb haben wir vor sieben Jahren mit der Einführung von Degility-Elementen neue Wege  eines ruhigen und konzentrierten Boden- und Gerätetrainings beschritten, das Hunde „in Balance“ hält oder bringt.  Ausgebaut und weiterentwickelt, gehört dieses „Balancy“ heute zu unseren beliebten  Angeboten.

Weil  Hunde uns in der Riechleistung turmhoch überlegen sind, und der gezielte Einsatz ihrer Nase die optimale Möglichkeit ist, für ihre  gesunde Auslastung  zu sorgen, haben wir Nasenarbeit im Trainingsrepertoire: von der Leckerchen- über die Flächensuche bis zur Geruchsidentifikation.

Und ganz besonders stolz sind wir auf unsere Eigenkreation für Teams mit Begabung für Tricks und Faible für Artistik: Den Circus Hundini gibt es nur bei uns!

Über das regelmäßige Training hinaus richten wir Workshops – vom Erste Hilfe-Kurs bis zur Foto-Werkstatt - , Fortbildungen und Veranstaltungen rund um den Hund aus. Wir treffen uns zum Wandern und Feiern, zum Schwätzen und Schaffen. Beim Werken auf dem Übungsgelände (nein, es gibt keinen Zwang zu „Arbeitseinsätzen“), bei Turnieren, Sommerfesten, Ausflügen, bei der Hundesegnung oder beim „Warten auf das Christkind“ und ….

 

Hilfe! Probleme mit dem Hund…

 

„Mein Hund bleibt nicht alleine“, „Mein Hund hat Angst vor Männern“, „Mein Hund lässt keinen Besucher mehr in die Wohnung!“ – kann der Verein da helfen?

Nein und ja! Schwerwiegende Probleme zwischen Ihnen und Ihrem Hund , gravierende Verhaltensauffälligkeiten oder –störungen erfordern die Beratung/Therapie durch einen Fachtierarzt für Verhaltenskunde und/oder ein individuelles Training mit einem sachkundigen Trainer. Gemeinsam mit ihm müssen Sie ein individuelles Umgangs- und Trainingskonzept ausarbeiten und umsetzen. Auch wenn es inzwischen seriöse Zertifizierungen für Hundetrainer gibt, ist die Szene der „Hundespezialisten“, „Hundepsychologen“ und „Kynopädagogen“  vorerst schwer überschaubar – ganz besonders für Hundeanfänger. Wir können Ihrem Hund mit Trennungsangst oder einer schweren Aggressionsproblematik  in unserem Gruppentraining nicht helfen. Aber wir stehen Ihnen bei der Suche kompetenter Fachleute, die Ihnen  helfen können, mit unserem Wissen gern zur Seite! (Auch, wenn Sie nicht Mitglied im Verein sind!)

 

Haben Sie Fragen an uns?

 

Dann schauen Sie unter FAQ, schicken Sie uns eine Mail oder rufen Sie uns an!

 

Eine schöne Zeit mit Ihrem Hund wünscht Ihnen

das TrainerInnen-Team des Mainzer Hundevereins

(Sachstand: Juli 2014)

 

 

 

Mainzer Hundeverein 1970 e.V. * Georg-Büchner-Straße 15, 55129 Mainz